Kampfkunst = Werte von A bis Z

Kampfkunst = Werte von A bis Z

Kung-Fu, Kickboxen und andere Kampfkünste schulen nicht allein die koordinativen und motorischen Fähigkeiten, sie vermitteln zudem auch wertvolle Eigenschaften, die den Charakter eines Menschen ausmachen. Es handelt sich hierbei um keine neue Erkenntnis, im Gegenteil: Die persönlichkeitsbildenden Nebenwirkungen jener traditionsreichen Kampfkünste sind schon lange bekannt – warum eigentlich?

Charakterstärkung durch Werte der Kampfkunst! – Wie?

Im Folgenden schauen wir uns die einzelnen Werte und Eigenschaften im Detail an, die dem Kampfkunstschüler zu einer positiven Lebenseinstellung verhelfen:

Aufmerksamkeit

Um neue Techniken zu erlernen und höhere Graduierungen zu erreichen, zollt der Schüler seinem Lehrer hundertprozentige Aufmerksamkeit. Tablets und Smartphones bleiben draußen, denn hier gilt das ablenkungsfreie Zuhören mit reichlich Augenkontakt – und zwar aus eigenem Antrieb, denn die neue Gürtelfarbe reizt!

Begeisterung

Neue Freunde finden, sich auspowern, den Alltags- und Schulstress abbauen und sich Stück für Stück in der Hierarchie der Kampfkunstfamilie hocharbeiten – all das fördert die Begeisterungsfähigkeit und Leidenschaft der Kampfkünstler.

Courage

Der Kampfkünstler lernt, an sich selbst zu glauben und auf sich zu vertrauen, um auch in brenzligen Situationen schnell zu reagieren. Er versteht es, Konflikte gewaltfrei zu lösen, aber auch Mut und Zivilcourage zu beweisen.

Dankbarkeit

Die Kampfkunst öffnet eine neue Sicht auf das Leben und auf die Menschen, die uns dieses Leben so angenehm wie möglich machen. Wer erfahren hat, was „harte Arbeit“ (chin. „Kung Fu“) bedeutet, lernt diese auch außerhalb des Dojos (Dojo = Unterrichtsraum) zu erkennen.

Ehrgeiz

Nach der Prüfung ist vor der Prüfung – der Kampfkunstschüler hat stets ein attraktives Ziel vor Augen: die nächste Gürtelfarbe, die nächste Graduierung. Er entwickelt einen gesunden Ehrgeiz, der ihn auch im schulischen und beruflichen Leben vorwärtsbringt.

Fleiß

Der Fleiß knüpft beinahe nahtlos an den Ehrgeiz an, denn hohe Ziele verlangen nach viel Arbeit und noch mehr Schweiß. Warum im Leben nicht auch mal nach den Sternen greifen? Mit Fleiß werden viele Träume wahr!

Geduld

Nur wer die neuen Techniken beherrscht, wird zur nächsten Prüfung zugelassen. Doch neue Formen, neue Hand- und Fußkombinationen sowie neue Methoden der Selbstverteidigung lassen sich nicht über’s Knie brechen. Ständige Wiederholungen und viel Zeit, um das nötige Körpergefühl aufzubauen, bringen den Kampfkunstschüler wirklich voran.

Hingabe

Kampfkunst weckt die Leidenschaft und Hingabe eines Schülers. Er wird Teil einer alten Tradition, die nicht nur seinen Körper, sondern – sofern er sich darauf einzulassen vermag – auch seine Seele stärkt.

Integrität

Der Schüler versteht sich als Teil einer kampfkünstlerischen Gemeinschaft, er entwickelt ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das er sich bewahren möchte. Ehrlichkeit und Vertrauen bilden dafür – wie in einer richtigen Familie – die Basis.

“Ja zum Leben!“

Power, Action, Spaß. Ziele, Erfolge, Bestätigung. Die Kampfkunst vermittelt ein positives Lebensgefühl, das in Zeiten der Burnouts und Depressionen (die schon im Schulalter zunehmend auftreten) umso wichtiger ist.

Konzentration

Aufmerksam zuhören, die gezeigten Übungen in sich aufnehmen und anschließend selbst umsetzen. Der Schüler schult seine Konzentrationsfähigkeit, ohne es zu bemerken.

Leidenschaft

In einer Gesellschaft, die immer oberflächlicher zu werden scheint, ist es eine wichtige und wertvolle Erfahrung, sich einer Sache in aller Tiefe und mit voller Leidenschaft widmen zu können.

Menschlichkeit

Mit voranschreitender Graduierung übernimmt der Kampfkunstschüler mehr und mehr Verantwortung für nachfolgende Kampfkunst-Generationen. Er vermittelt sein Wissen und lernt, den anderen weder zu über- noch zu unterfordern. Er entwickelt ein sensitives Einfühlungsvermögen für seine Mitmenschen, ein besonderes Verständnis für andere Situationen, Sorgen, Einstellungen.

Neugier

Ist der Schüler erst vom Kampfkunst-Fieber gepackt, so kann er es kaum erwarten, neue Techniken und neue Fakten über seine Leidenschaft zu erlernen. Neugier ist oft ein eher negativ behafteter Begriff, doch die Neugier – sofern nicht krankhaft – treibt uns im Leben voran. Durch Neugier verlangen wir nach mehr Wissen und erhöhen unsere Lernbereitschaft.

Offenheit

Kampfkunst ist international: Ihre Wurzeln liegen in China, Japan, Korea, Frankreich, Brasilien und in unzähligen anderen Ländern dieser Welt. Sie beruhen auf uralten Traditionen und Kulturen. Der Kampfkunst-Schüler kann und wird seine erwählte Kampfkunst erst dann wirklich begreifen, wenn er sich diesen Traditionen und Kulturen öffnet.

Partnerschaft

Kampfkunst ist kein Einzelsport. Sie setzt sich sowohl aus Einzel- wie auch aus etlichen Partnerübungen zusammen – insbesondere im Bereich der Selbstverteidigung. Rücksichtnahme und Teamfähigkeit sind für den Erfolg einer Übung essentiell – Charaktereigenschaften, die heutzutage in beinahe jeder Stellenausschreibung gefordert sind.

Qualität

In der Kampfkunst geht es nicht darum, mit einer Technik schnell fertig zu werden oder in möglichst wenig Zeit möglichst viel zu lernen. Es geht vielmehr um die saubere Ausführung einer Übung und den Willen, täglich an sich zu arbeiten, um mit jedem Mal ein bisschen besser zu werden.

Respekt

In einer Kampfkunst wie dem chinesischen Kung-Fu zählt der Respekt gegenüber Älteren zu den wertvollsten Eigenschaften eines Menschen: Respekt vor dem Lehrer, Respekt vor den Eltern, aber auch der Respekt zu Gleichaltrigen und Jüngeren, denn in der Kampfkunst gilt derjenige als „älter“, der seit längerer Zeit Teil der Kampfkunstfamilie ist.

Selbstbewusstsein

In der Kampfkunst wachsen wir über uns selbst hinaus. Wir halten durch, wenn wir eigentlich lieber aufgeben würden. Wir erreichen Ziele, die wir uns zuvor nicht zugetraut hätten. Und mit jeder Prüfung legen wir zugleich auch eine Reifeprüfung ab, die unser Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl stärkt – ebenfalls unschätzbar wichtige Eigenschaften in unserer heutigen Ellbogen-Gesellschaft.

Toleranz

Kampfkunst verurteilt einen Menschen nicht, nur weil er nicht in die Norm passt. Zu dick, zu dünn, zu klein, zu groß – all das zählt in der Kampfkunstschule nicht. Jeder wird angenommen, so wie er ist. Unabhängig von seiner Hautfarbe, Kultur oder Religion.

Umsichtigkeit

Insbesondere bei partnerschaftlichen Übungen mit jüngeren Kampfkunstschülern ist es wichtig, auf das richtige Maß zu achten. Den Partner im Blick zu behalten, sich selbst auch mal zurückzunehmen und Rücksicht zu üben.

Vertrauen

Um seine Ziele in der Kampfkunst zu erreichen, ist es wichtig, dem Lehrer zu vertrauen, denn dieser hat oft den besseren und geschulteren Blick dafür, was der Schüler zu leisten vermag. Der Meister schickt keinen Schüler in die Prüfung, wenn er nicht davon überzeugt ist, dass der Schüler auch wirklich bereit ist. Doch Vertrauen ist kein schnelles Geschenk, es bildet sich wie eine zarte Pflanze und wächst im Laufe der Zeit.

Würde

Eine Kampfkunst verlangt, mit Stolz und Würde ausgeführt zu werden. Gerade Schultern, gerader Rücken, aufrechte Haltung, direkter Blick. Dies sorgt nicht nur für eine gesunde Körperhaltung, sondern bewirkt zugleich auch eine würdevolle und selbstbewusste Ausstrahlung.

Xenophilie

Sie hätten nicht gedacht, dass wir auch eine Charaktereigenschaft mit „X“ finden, richtig? Doch tatsächlich passt auch die Xenophilie ins Repertoire eines Kampfkünstlers, denn sie bedeutet, keine Angst vor fremden Dingen und Menschen zu haben, sondern aufgeschlossen durchs Leben zu gehen.

Y

Ähm … wir überlegen noch …

Zielstrebigkeit

Zielstrebigkeit – eine weitere, unschätzbar wertvolle Eigenschaft, die uns im Leben antreibt. Jede neue Prüfung – vielleicht sogar der Schwarzgurt – stellt ein anspruchsvolles Ziel für den Kampfkunstschüler dar: ein Ziel, für dass es sich zu kämpfen lohnt!